Die Saalequelle

An der Saalequelle

Bei der Saalequelle stand eine heilige Buche. In ihrem Wurzelwerk wohnte eine Alraune, die reiche Schätze an Gold und Edelgestein zu hüten hatte,
welche im Innern der Erde rund um die Quelle verborgen lagen. Nur alle Hundert Jahre begegnet dieser Erdgeist den Menschen und wer das große Glück hat, ihn zu sehen, wird reich belohnt. Einem Goldsucher soll Alraune einmal begegnet sein.

Wie die Saale zu ihrem Namen kam

Vor langer, langer Zeit fand in den Dickichten und Felsklüften des Fichtelgebirges eine große Jagd statt. Bei der Verfolgung eines krank geschossenen Hirschen kam ein junger Jäger vom Jagdgefolge ab und verirrte sich in dem weg- und steglosen Urwald.
Er wanderte viele Tage ohne Ruhe und Rast und stieß trotz allen Suchens auf keine menschliche Wohnung. Schließlich sank er, von Anstrengung, Hunger und Durst müde und matt zu Boden und schlummerte sogleich fest ein.
Es dauerte nicht lange, da stellte sich das Fieber ein und in seinem Wahn murmelte er dauernd: "Wasser, Wasser, ich verdurste, ich verbrenne."
Da erschien eine wunderschöne Quellnymphe, die aus einem dicht neben dem Schläfer plätschernden Rinnsal Wasser schöpfte und es dem Jägersmann reichte. Nachdem er seinen Durst gestillt hatte, fragte er die Nymphe nach ihrem Namen und sie antwortete: "Ich heiße Saale und du bist in meinem Reich. Alle tausend Jahre verirrt sich ein Menschenskind zu mir. Wenn ich es vor dem Tode retten kann, so wird mir für ein neues Jahrtausend das Leben gegeben. Du brauchst mir also für deine Rettung nicht zu danken, denn mit dir kann auch ich weiter auf der Erde bleiben."
Darauf sprach der Jäger: "Dir allein verdanke ich mein Leben, ohne dich hätte ich jämmerlich verdursten müssen. Wenn du davon auch keinen Nutzen hast, so will ich doch dankbar sein und will dieses Bächlein nach deinem Namen nennen; es soll fortan Saale heißen. Ich will seinen Lauf verfolgen und allen Menschen sagen, was du für mich getan hast. So wird dein Name in aller Menschen Mund kommen und wird weiter leben für immer und alle Zeiten."
Nachdem sie so zueinander gesprochen hatten, nahmen sie Abschied. Der Jäger tat, wie er versprochen. Er wanderte an dem Bächlein entlang, das mit jedem Tag seiner Reise größer und stattlicher wurde. Allen Menschen aber, denen er begegnete -und das waren viele, die an dem Fluß Wohnung und Arbeit gefunden hatten- erzählte er seine Geschichte und so wurde der bis dahin namenlose Fluß Saale genannt.

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